Die Mitochondrien

Zwei urzeitliche Einzeller tun sich zusammen

Jede Zelle unseres Körpers enthält hunderte bis tausende von Mitochondrien. Dies sind Zellorganellen, welche eigene DNA besitzen und ursprünglich aerobe, also sauerstoffverwertende Proteobakterien waren. Vor über 2 Mrd. Jahren, als sich auf der Erde die Pflanzen ausbreiteten und zunehmend Sauerstoff in die Atmosphäre abgaben, wurde es für die anderen Lebewesen sinnvoll, diesen für die Energieerzeugung zu nutzen. Die sogenannten Archeae, eine Art von anaeroben Einzellern, gingen also eine Symbiose mit  den Proteobakterien, ein, um von der O2-Nutzung zu profitieren und gewährten diesen im Gegenzug Schutz. Heinrich Kremer nennt diesen Vorgang Cellsymbiosis  und baut auf dieser Erkenntnis  sein Therapiekonzept auf. Bestehen wir nämlich zu einem Teil aus bakteriellem Leben, wird klar, warum uns zum Beispiel Antibiotika erheblich schaden können.

 

Energiegewinnung in den Mitochondrien

Die Mitochondrien sind sozusagen der Hauptumschlagplatz für unseren Stoffwechsel: In der sogenannten Atmungskette werden Kohlenhydrate und andere Moleküle  unter Verwendung von Sauerstoff in Energie umgewandelt. Als Nebenprodukte entstehen dabei freie Radikale, unter anderem Stickstoffmonoxid, Wasserstoff-peroxid und Superoxid. Diese nutzt der Organismus Infekt- und Immunabwehr. Da sie aber sehr zerstörerisch wirken, müssen sie aber auch wieder entschärft werden, damit die eigenen Körperzellen nicht von ihnen angegriffen werden.

 

Bei Vitalstoffmangel springt das Notprogramm an

Der Abbau von freien Radikalen funktioniert  jedoch nicht mehr ausreichend, wenn die dafür erforderlichen Enzyme, Vitamine und Mineralien fehlen. Das führt zu verschiedenen Reaktionen: Die Radikale verursachen laufend Entzündungen im Körper. Infolgedessen schalten die Mitochondrien die Atmungskette ab, damit weniger freie Radikale gebildet werden. Die Energie in Form von ATP muss nun ineffizient im Zellplasma über die anaerobe Glykolyse gewonnen werden. Wir erinnern uns, der urzeitliche Einzeller konnte ja kein O2 verwerten. Nun springt sein Programm an: Die anaerobe Glykolyse.

 

Energiemangel und chronische Inflammation durch Mitochondriopathie

Die anaerobe Glykolyse ergibt aber nur 20 mal weniger ATP als die Atmungskette mit Sauerstoff. Damit aber fehlt dem Körper Energie. Organfunktionen werden auf Sparflamme gesetzt. Man merkt das auch an Müdigkeit und Antriebsschwäche. Die Abbauprodukte Laktat und andere Säuren reichern sich im Gewebe an, es kommt zu einer Übersäuerung. Dies verstärkt wiederum die Entzündungen im Körper. Außerdem induziert diese Notsituation eine vermehrte Zellteilung, leistet also ungehemmtem Krebswachstum Vorschub.

 

Gabe von Mikronährstoffen für die Mitos

Die Mitochondrientherapie setzt auf dieser Ebene an, indem sie unter anderem die entsprechenden schwefelhaltigen Aminosäuren, Mineralien und Vitamine substituiert, die zu einer ausreichenden Zellentgiftung in den Mitochondrien gebraucht werden.